»Grau« Jitters Wunderblock # 4

Mittwoch, 13. Februar 2013
Von Raban Ruddigkeit 31. Januar 2013 Kommentare 0

»Selbst das emotionslose Grau kann tosen und toben, kann Himmel, Meer und Erde aufwühlen, wie man es auf den Bildern John Constables sieht«. Der Gast zum Thema Grau heißt Marc Schweska und ist Schriftsteller und Kulturwissenschaftler.

Man erinnere sich: als 1998 der angeschlagene Computerhersteller Apple mit dem iMac unsere Vorstellung von einem PC grundlegend veränderte, verdankte sich dies nicht zuletzt der bis dahin ungewohnten Farbigkeit der zudem rundgelutschten All-in-ones. Mittlerweile ist Apple wieder davon abgekommen, die Geräte sind weiß, schwarz oder grau (silber), selbst das regenbogenfarbene Logo wurde eingegraut (anthrazit). Farbe war gut für die Revolution, aber nicht für den Führungsanspruch eines designorientierten Hochtechnologieunternehmens. Auf die pubertäre Schockphase folgte die seriöse Reife.

Schon an dieser Geschichte lässt sich das ambivalente Verhältnis zum Grau (und umgekehrt auch zur Farbe) ablesen. Doch Grau kann noch viel mehr. Ähnlich wie bei anderen Farben ist das Spektrum kultureller Zuschreibungen groß und widersprüchlich. Doch anders als bei anderen Farben wurde die Kulturgeschichte des Grau nie geschrieben. Der Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Marc Schweska hat dem Grau durch die Zeiten und Kontinente nachgespürt. Herausgekommen ist das Portrait einer Nichtfarbe, die zu Unrecht im Schatten(!) von Rot, Gelb und Blau steht.

Jitters Wunderblock, Gespräche über Bilder. Kuratiert von Dieter Jüdt, Falk Nordmann und Andreas Rauth. Mittwoch, den 13. Februar, 20 Uhr, Galerie erstererster, Pappelallee 69, Berlin, Eintritt 3 Euro

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